06.06.2026 ADAC Visselrallye R70

Mit der Visselrallye 2025 haben Mark und ich wieder mit Bestzeit-Rallyes angefangen. Der Einstieg mit einem über 300PS BMW 135i war gar nicht so einfach, aber hat funktioniert. Leider haben wir durch einen Fehler beim Runden zählen, kein gutes Ergebnis erreichen können. Beim zweiten Start 2026 sollte es besser laufen, aber es sollte nicht unsere Rallye werden…
Aber von Anfang an: Wir sind Freitag angereist, um Papier- und technische Abnahme schon mal zu erledigen, das Training sollte schon ab 7 Uhr am Sonnabend starten. Unsere Freunde vom MSG Visselhövede (an dieser Stelle Gruß und Danke nach Visselhövede!!!) haben am Freitagabend noch ein wenig das „gesellige Beisammensein“ gepflegt und so sind Mark und ich doch etwas spät ins Bett gekommen. Nach zu wenig Schlaf ging es zum Start, um wenigstens einen Kaffee und ein Brötchen zu „tanken“. Dann ging es los WP 1/4/7 (mit Rolf am Start), WP 2/5 (mit Bernd und Birgit am Start) und WP 3/6 mit (Jörg am Start), also alles gute Bekannt und Clubmitglieder… jeweils zweimal gefahren und Schrieb erstellt.
Danach erstmal zum Bäcker um zu frühstücken und schon ging es zurück zum Rallye-Zentrum. Dort haben wir dann Jarek und Marvin vom MCE getroffen, die uns ein wenig beim Service geholfen haben.

Unsere Startzeit war 12.24 Uhr und wir fuhren rechtzeitig auf die Startrampe, auf der wir von Martin Kumerow begrüßt wurden „…das Auto ist wieder mal im Ländle…“. Und ab ging es zur WP1 und dann der erste Schreck: Ein formidables Reh kreuzte unsere Straße und war ganz knapp vor dem 135er wieder im Wald verschwunden. Das wär es ja dann schon gewesen :-0. Das war der Beginn eines Tages, den wir anders geplant haben. Nachdem die ersten 2/3 der WP prima gelaufen sind, haben wir statt einer Links 2+ den Notausgang mit unbekanntem Ein- und Ausgang genommen. Das ABS hat anders geregelt, als wir uns das gewünscht hätten. Die gemähte Wiese war wie Schmierseife und so ging es dann knapp 100 Meter auf die Wiese. Wie auf Eis rutschend, brachte Mark das Auto auf dem gleichen Weg zurück zur Prüfung, die wir dann mit knapp 1 Minute Plus beendet haben. Weiter ging es zur WP 2, einem Rundkurs wie im letzten Jahr. Also diesmal aufpassen! Haben wir auch gemacht, aber der brutale Schotter mit „Portugal“-Steinen hat in Verbindung mit der fehlenden Sperre die Lauffläche vom Reifen hinten links geschält. Das rappelte so dermaßen, dass wir mit dem Auto auf einen Feldweg rausgefahren sind, um den Schaden zu begrenzen und zu begutachten. Mark hat entschieden weiterzufahren. Also wieder rauf auf die Prüfung. Mit dem kaputten Reifen und der Pause waren es hier + 7 Minuten. Dafür lief es auf der WP3 normal, aber mit dem Reifen war nicht mehr drin als P33.
Beim Regrouping ging es dann erstmal auf Rädersuche, um unseren 135er wieder „gehfähig“ zu machen. Glücklicherweise konnte Mark zwei Räder mit Reifen bekommen. Andere ET, anderes „Profil“ und nach den Worten des freundlichen Helfers „steinalt“, aber sie waren noch komplett, während beim alten Reifen die Karkasse schon Funken auf dem Asphalt erzeugte.
Also auf zur zweiten Runde und zur WP4. Nach 2/3 der Prüfung kamen wir dann wieder an die „Links“, aber irgendwie haben wir beide uns nicht verstanden oder nicht gehört und auch nicht mehr daran gedacht, dass hier Bremsen und Abbiegen angesagt war. Aber zum Glück kannten wir ja den Weg in den Notausgang. Diesmal blockierte aber das gemähte Gras beide Radhäuser vorne derart, dass ein Fortkommen unmöglich war. Ich habe es nicht geschafft das Auto alleine freizubekommen und nur mit Hilfe zweier Posten, haben wir das Auto wieder freibekommen. Also zurück auf die Strecke. Ergebnis plus 7 (!) Minuten. Dann zur WP 5 mit P 21 von 46 verbliebenen Teams. Sollte es doch wieder besser laufen…? Der hintere linke Reifen machte wieder Geräusche… Auf der vorletzen WP wurden diese immer lauter und damit P33 von 45 Teams. Dann die WP7 mit der Linkskurve, die wir nicht gemocht haben, nun ging es die ganze WP ordentlich zur Sache und wir konnten P22 erreichen. Mit nun zwei Reifen, die Geräusche machten, weil sich auch hier die Laufflächen verabschieden wollten.
Mit den alten Socken war das aber dann doch ein halbwegs befriedigender Abschluss der Rallye. Aber am Schluss blieb nur P47 und damit der letzte Platz im Gesamtklassement. Aber angekommen, was man von 17 anderen Teams nicht sagen kann, die DNF waren.

Jetzt erstsmal eine ordentliche Wurst und ein Bier (für Mark Coke Zero!) zur Stärkung und Frustbewältigung. Aus Respekt vor den anderen Teams und wegen unserer Kumpels blieben wir dann auch zur Siegerehrung. Für uns gab es heute nichts – außer den Sieg bei den Mannschaften. Dafür gab es dann einen Pokal.

Für die nächste Rallye gibt es einen neuen Satz Reifen, damit wir in Bremerhaven beim Rallyesprint zeigen können wozu wir fähig sind 🙂

Text: Jens Sendel, Fotos: Rob Miller Rally Media Com, Marvin Möller, Jarek Macura