5.7.2026 Bremerhaven Fischereihafen Rallye-Sprint

Jetzt bin ich all‘ die Jahre am Fischereihafen Rallyesprint vorbeigekommen. Zu viele Bordsteine, zu viele Pylonen, zu eng, zu rutschig… Ich war nicht einmal zum Zuschauen da. Aber jetzt sind der 57. und 58. Rallye-Sprint im Fischereihafen Kauf zur Hansa Rallye Meisterschaft. Also sind wir am Sonnabend nach Bremerhaven zur Dokumenten und technischen Abnahme, denn Sonntag sollte von 7.20 – 7.50 Uhr „Recce“ sein, wenn man das Abfahren einer (!) Runde so nennen kann. Die alten Hasen sind ja schon diverse Male dort gefahren, wir noch nicht. Insofern war der Schrieb zwar kurz und schmerzlos, aber gar nicht so einfach, da anfangs keine Kontrolle möglich.
Nach einem guten Abendessen mit der Truppe von Ulf Semmelhack (schöne Grüße an dieser Stelle), waren wir in unserer Pension. Noch mal kurz die Ausschreibung checken (4 WP´s á 3 Runden) und die Ausführungsbestimmungen, das „Bordbuch“ mit 1x 2 Runden und 3x 3 Runden.
Wir entscheiden uns für das „Bordbuch“. So soll es dann auch sein. Den Schrieb bis 23.30 Uhr fertiggestellt und ab in die Heia. Das Auto stedt derweil am Islandkai zwischen Containern und einem Saug-/Baggerschiff. Tolle Kulisse für Fotografen.
Morgens dann ab zum Auto. Schnell zwei halbe Brötchen und einen Becher Kaffee und Abfahren und den erstellten Schrieb vergleichen und anpassen. Dann um 8.35.30 Uhr Start zur ersten WP gegen den Uhrzeigersinn durch den Fischereihafen, Eng, Eng und die Bordsteine bedrohlich und mehr Pylonen als in einem DMSB-Slalom… Aber der Aufschrieb passt soweit. Jetzt nur noch die Leistung des BMW 135i an diese hakelige Strecke anpassen und aufpassen, dass man den Rundenteiler auf der richtigen Seite trifft…
Von WP 2 bis 4 läuft es immer besser, wenngleich sich die Fahrzeit nicht so weit verbessern lässt, wie wir uns das erhofft haben. Da die erste WP nur zwei Runden lang ist und für uns zum EIngewöhnen diente, hier nur die Zeiten der weiteren Prüfungen:
WP 2 = 4,59.2 / WP 3 = 4,58.7 / WP 4 = 4,59.2 inkl. Verkehr auf dem Rundkurs. Resultat P10 von 28 gestarteten Teilnehmern.
Zwischen den WP gab es jedesmal eine Pause von knapp einer Stunde, die gefühlt unendlich lange gedauert hat. Nach dem Umbau in der Mittagspause ging es nun im Uhrzeigersinn um den Kurs. Durch einen leichten Regen der nun einsetzte, war der Untergrund (verschiedenen Asphalte, Betonpflaster, Blaubasalt und was weiß ich noch…) ziemlich rutschig. Das war für unserer Hecktriebler mit 300 PS eine echte Herausforderung und so kostete jeder Drift und jedes Durchdrehen der Räder wertvolle Zeit. Aber es ging nicht anders. Auch hier war die erste WP mit 2 Runden zum Eingrooven incl. 360°-Wende ;-). Und es folgten dann die restlichen 3 WP erneut mit 3 Runden:
WP 2 = 5,33.9 / WP 3 = 5,29.6 / WP 4 5,27.4. Hier holten wir jedesmal noch etwas bessere Zeiten raus, da Mark mit dem Geläuf immer besser klar kam. Resultat der zweiten Veranstaltung: P13 von jetzt noch 22 Teilnehmern. Der Rest ist irgendwo „hängengeblieben“.
Unter dem Strich, eine tolle Erfahrung. Als Beifahrer muss ich das nicht noch mal haben, weil es sich anfühlt wie eine Dauerkarte auf dem Dom in der „Wilden Maus“. Nur im Rallyeauto beim Vorlesen der Streckennotizen und mit dem Blick auf den Schrieb. Die letzte WP war dann auch grenzwertig für meinen Körper…
Dafür stehen wir jetzt mit P1 und P2 im ADAC Hansa Rallye Pokal an der Spitze.

Nettes Erlebnis am Rande…: Da denkt man, man ist mit einem Auto im Design von „Michel Vaillant“ der Einzige bei der Rallye, wird man jedoch überrascht. Beim Parken des X2 von Jens kam ganz aufgeregt Herr Imiolczyk auf Mark zugelaufen: “ das kann doch wohl nicht wahr sein“, rief er ihm zu. „Das glaube ich nicht…“ führte er fort. Was war passiert. Er hat seinen Opel Corsa Rallye4 ebenfalls in einem „Michel Vaillant“-Design foliert. Somit gab es in Bremerhaven gleich zwei Fahrzeuge mit der Anlehnung an die berühmte Rennfahrer-Comic-Serie.

Text: Jens Sendel, Fotos: RM Rallye-Media.com, RallyeNord und Power Stage Images (vielen Dank an dieser Stelle!)