Die Holsten-Rallye inkl. des „echten“ Putlos-Schotters sollte das Saisonfinale für Mark und Jens werden: Hier der Bericht von Jens:
Diesmal wollten wir das ganz entspannt angehen. Ich bin schon am Donnerstag mit dem Rallye-Auto nach Lensahn zu Milon gefahren. Da war das (immer wieder schöne) Rallyezentrum noch ziemlich leer. Danach ging es zum Ferienhaus, in dem wir mit der Truppe des MSG Visselhövede übernachten wollten. Ich habe den Abend in Ruhe vor dem Fernseher verbracht und Klopps Debüt gegen de Niederlande angeschaut. In der Nacht kamen dann auch die anderen an.
Nach einem **** – Frühstück (Danke Franci und Lena!) sind wir zusammen nach Lensahn gefahren und haben uns dort sortiert. Vor 13 Uhr konnten wir nicht zur Doku-Abnahme. Nachdem das geregelt war und wir noch ein wenig über die bevorstehende Rallye gesprochen haben, brachen die anderen zur Recce auf. Auch unser Youngster Finn Goebel war schon mit seinem Polo unterwegs, um sich für die Retro-Rallye vorzubereiten. Also habe ich Startnummern und andere „Verzierungen“ am Auto angebracht. Ich musste derweil ja auf Mark warten, der noch arbeiten musste (sonst kann man ja das Rallyefahren nicht finanzieren…). Sobald er vor Ort war, sind wir nach Putlos aufgebrochen, um unseren Schrieb zu erstellen. Mark war ganz begeistert von seinem ersten Mal…(auf Putlos!). Das Mekka des Schotters im hohen Norden hat es ihm angetan und wir waren beide froh, dass wir nun ein Auto mit Allrad hatten (325ix E46). Auch wenn es hier und da noch Verbesserungspotential gegeben hätte. Die WP 2/5 mit 9,3 Km (7,1 Km Asphalt und 2,2 Km Schotter) hatte so schnelle Streckenabschnitte, dass Mark schon den 135 vermisste. Dafür war der Schotter perfekt, für die erste Ausfahrt mit dem Allrad-BMW. Noch besser wurde es auf der WP 3/6 mit insgesamt 16,2 Km (5,7 Km Asphalt und 10,5 Km Schotter). Jetzt ging es richtig zur Sache (aber bei der Recce ja „nur“ mit max. 50 Km/h. Aber lang war es trotzdem…
Danach in Richtung Suxdorf zum Abfahren der WP1/4. Als wir dort ankamen, stand die Sonne schon reichlich tief, sodass wir uns entschieden haben, das am nächsten Morgen nachzuholen. Also wieder ab ins Rallyezentrum zur technischen Abnahme. Dort trafen wird dann auf unser neues Mitglied Dietrich Lamparth, der als TK-Anwärter bei der Abnahme debütierte). Natürlich trafen wir auch auf Hermann Heitmann, der ja bei jeder Rallye irgendwie dabei ist 🙂
Danach Auto auf der obligatorischen Unterlage abstellen und ab zu den anderen ins Ferienhaus. Dort erwartete uns schon ein *****-Abendessen (ja, diesmal sogar 5 Sterne!). Die ganze „Teenager-Bande“ mit Lena, Franci, Kevin, Malte, Tony und Dominik warteten schon auf uns. Nach einem gemütlichen und überaus lustigen Abend mit dem Comedian Malte Grünhagen, dem lustigen Landwirt, bekannt aus Funk und Fernsehen, waren wir dann irgendwann auch soweit.
Das Frühstück am Morgen war etwas knapper und schon im Rennanzug (wenigstens für Mark und mich, weil wir ja noch trainieren mussten), aber die anderen bekamen selbstverständlich wieder Rührei und Bacon serviert… Wenn wir den Schlüssel für das Rallyeauto nicht vergessen hätten, wäre gut Zeit gewesen in Ruhe nach Suxdorf zu fahren. So wurde es wieder einmal etwas enger mit der Zeit. Danke Kevin für Deine schnelle Hilfe!!
Ab zur WP 1 und Aufschrieb machen. Einmal durch und nochmal – das sollte passen (haben wir gedacht, aber dazu später mehr). Wieder zurück im Rallyezentrum und vorbereiten auf den Start um 11.38 Uhr. Pünktlich ging es los – wir hatten Suxdort ja noch gut in Erinnerung. Das reichte für P2 in der Klasse (wir waren ja diesmal in der NC8 unterwegs und nicht in der NC6). Gute Stimmung im Auto, das war perfekt für Putlos. Das Wetter war spitze und wir durften vor den „starken“ Autos mit der Startnummer 8 starten (Startreihenfolge war umgekehrt). Mark musste sich logischerweise erst einmal an das Auto und das Terrain herantasten, aber es ging aber schon flott los: P3 in der Klasse. Allerdings war ich unter dem Helm schon mal leicht verschwitzt. Nicht weit hinter dem Stop der WP2 ging es schon weiter mit der WP3. Jetzt legte Mark noch eine Schippe drauf (und ich hatte noch mehr Schweiß in meiner Haube). Es waren ein paar fiese Ecken auf Putlos, die dann auch zur Stolperfalle für einige Teams werden sollten. Es waren auch weniger „Ecken“ als „Stolpersteine“… Aber was soll ich sagen, Mark war gut drauf und wir fuhren Bestzeit in der Klasse (P26 im Gesamt – fast genauso schnell wie Herr Kölle in seinem Porsche…) Das war ein Statement und wir planten den Klassensieg. Mir war ein wenig übel am Ziel, aber die Freude überwog zum Glück. Mark bekam von unserem „Teddy“ Jahrmärcker am Stop eine Flasche Wasser überreicht, die ich aber dankend ablehnte…s.o.
Zurück nach Lensahn und zum Regrouping. Wir brauchten diesmal keine (!) Räder wechseln und konnten ein wenig chillen. Ich habe die Zeit genutzt und ein wenig das schnelle Aussteigen zu üben, weil der Ein- und Ausstieg in dem Auto eine echte Herausforderung für so alte Knochen ist. Also wieder ab nach Suxdorf, wo am Start unser Rolf Mannstein als Starter wartete (an der Strecke waren hier auch noch Marvin Möller und Jarek Macura im Einsatz). Erneut nahmen wir die Prüfung unter die Räder, bis wir in der 2. Runde auf den fiesen, kleinen, runden Steinchen in einer Rechtskurve (wer hat denn hier gecuttet?) nach links in den Graben gerutscht sind. Mark hat noch mit dem Auto gekämpft, aber ein Baum auf der linken Seite hat ihm die Entscheidung abgenommen und das Auto mal eben einen solchen Gegenschwung gegeben, dass es uns auf das Dach gelegt hat… nur gut, dass ich das Aussteigen geübt hatte. Mark meinte nur, dass ich so dermaßen schnell aus dem Auto raus bin, dass er nichts mehr sagen konnte. Zum Glück ist uns beiden nichts passiert und wir konnten uns in Sicherheit bringen, bevor die nächsten Teilnehmer kamen . Die Posten bremsten diese derweil mit gelben Flaggen ab.
Die Kollegen von der Feuerwehr stellten das Auto wieder auf die Räder (Danke Männer!) und die netten Sanitäterinnen checkten uns kurz durch, bevor wir uns das Auto noch einmal in Ruhe anschauen konnten. Ob wir den noch mal retten können…?
Leider wurde die WP damit dann neutralisiert, sorry liebe Mitteilnehmer. Wir fuhren derweil mit dem WP-Leiter im Bulli zum Start zurück. Von dort nahm uns dann ein sichtlich erschrockener Freund mit zum Rallyezentrum. Dort angekommen haben wir dann den X2 genommen, den Trailer geholt und sind wieder zurück nach Suxdorf. Trotz massiver Hilfe haben wir den 325 nicht auf den Trailer bekommen. Das linke Vorderrad sperrte sich und die Winde hat dann den Geist aufgegeben. Was nun? Wir waren erstmal ratlos und ich habe den ADAC angerufen. Wie lange würde das wohl dauern… Es ging – weil ein netter Abschlepper (Dank an Henning H.) das Auto auf unseren Trailer stellte. Mit dem lädierten 325 ging es wieder zurück zum Recyling-Hof von Milon. Wir wollten doch bei der Siegerehrung dabeisein, obwohl „unser“ Pokal nun in andere Hände wandern sollte (Glückwunsch Tony und Dominik). Vielen Dank an alle, die uns besorgt nach unserer Gesundheit befragt haben!
Danach trafen wir uns wieder in unserer Ferienhütte und diesmal waren auch Lucas und sein Papa mit dabei (und ich nicht der einzige Opa in der Runde…). Nach ein paar Erfrischungsgetränken und ein paar Rallye-Videos, ging es für mich wieder nach Hamburg, weil ich am nächsten Tag bei der Mäcki-Oldtimer-Rallye als Zeitnehmer Dienst hatte. Was tut man nicht alles für den Rallyesport… Mark hat die Nacht noch in Grömitz verbracht und dann das Auto am Sonntag zurückgebracht, während ich alte Motorräder und Oldtimer gezeitet habe 🙂
Trotzdem war es wieder ein Mega-Wochenende und ich bin unserer kleinen Truppe sehr dankbar für die gemeinsame Zeit – Danke auch allen lieben Menschen, die uns mit dem Auto geholfen haben, sich um uns gekümmert haben und besorgt waren.
Mark und mir geht es gut. Das Auto braucht etwas „Pflege“. Mal sehen wie (und womit) das im nächsten Jahr weitergeht.
Die Saison geht für uns damit vorbei und das Auto in den „Winternotdienst“. Zu tun gibt es genug – bin selbst gespannt wie und womit wir im nächsten Jahr die Saison bestreiten. Hervorzuheben ist jedoch, dass Mark schon nach seiner ersten (!) vollen Saison und erst 10 (!) gefahrenen Bestzeitrallyes, auf 3 (!) verschiedenen Autos, den ADAC Hansa Rallye Pokal 2026 auf P1 beendet hat. Wow – Respekt und Glückwunsch von mir. Dafür, dass ich ein wenig dazu beigetragen habe, liege ich am Ende der Saison auf P2 im Pokal (habe die Fontane-Rallye nicht mitgemacht…). In der Tabelle des MEN Rallye Cups liegt Mark derzeit auf P5 und Jens noch auf P6. Das ist allemal ein beachtliches Ergebnis.
Finn hatte mit seinem Fahrer Andreas Schmidt auf Finn´s Polo auch kein Glück. Bei ihm streikte die Elektrik und er beendete die Retro-Rallye wie Mark und Jens vorzeitig. Dafür hat er aber noch mal die Möglichkeit bei der Retro Rallye Bad Emstal zu starten.
Trotzdem liegt Finn zur Zeit auf P14 von 93 Platzierten in der Retro Rallye Serie Nord. Damit steht er seinen Clubkameraden nicht viel nach. Auch ihm schon einmal Herzlichen Glückwunsch. Aber in Bad Emstal kann er ja noch ein paar Punkte dazulegen. Mal sehen, wo er am Ende im ADAC Hansa Retro Pokal liegt.
Text: Jens Sendel Fotos JS, Teddy, AR, Finn Goebel, Rallye Media































